„Aufgeladene“ Stimmung beim Serviced Apartment Summit Recharge in Berlin

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Mittwoch, 30. Januar 2019

„Aufgeladene“ Stimmung beim Serviced Apartment Summit Recharge in Berlin

Apartmentservice war beim 2. Recharge-Event des Serviced Apartment Summit in Berlin dabei – als Referent, Sponsor, Workshop-Teilnehmer und Escape-Room-Spieler. Unser Vor-Ort-Bericht.

Letztes Jahr Amsterdam, dieses Jahr Berlin – was waren die größten Unterschiede? Berlins eisige Temperaturen, Bus statt Boot und vor allem die Tour durch erfolgreiche, deutschsprachige Serviced-Apartment-Produkte. Allen voran ins Adina Apartment Hotel Mitte, in die Visionapartments samt Escape-Room-Experience-Spielen und ins SMARTments business Berlin Prenzlauer Berg mit Live-Musik und Häppchen.

Ansonsten traf sich beim 2. Serviced Apartment Summit Recharge die europäische Serviced-Apartment-Gemeinde aus UK, Benelux und dem deutschsprachigen Raum in britisch-beliebter Networking-Atmosphäre und tippte hier und da verschiedene Themen an. Den Berlin typischen Community-Space bot dabei ein Loft im Colonia Nova in Neukölln. Stühle und Teilnehmer schoben sich hier immer wieder schnell zu neuen Sessions zusammen, leere Sessel wurden mit spontanen Debatten-Leitern besetzt oder eine Brexit-Diskussion mit einem sich gegenübersitzendem Publikum „angezettelt“. Und dabei immer im Spiel der Mikrofon-Würfel, der alle alles zurufen ließ.

Immer wieder kreisten die Themen um das „It's all about Community“. Beim Workshop „Socialising the box“ betonte zum Beispiel die Gruppe von Andrew Fowler, Acquisitions Director SACO Property Group und Co-Founder von The Locke Hotels, einmal mehr die Bedeutung des Hosts und der „Human Touchpoints“. Andere diskutierten, wie sich in den Häusern aktive soziale Kontakte kreieren lassen und Communities organisch wachsen. Marc Jongerius, Co-Founder von Zoku, stellte in seiner Gruppe wiederum heraus, wie wichtig bei Communities das Interesse füreinander ist, das sich Kümmern statt Status und wie zugleich eine fehlende Authentizität abgestraft werde. Es gäbe viele Arten von Community, aber alle eint, dass sie einen persönlichen Charakter haben müssen.

Ein weiteres Diskussionsthema mit Befürwortern wie Homelike-Gründer Christoph Kasper und Gegensprechern wie Markus Lehnert, Vice President International Hotel Development von Marriott International, war zudem die Frage, wie private Unterkünfte zunehmend professionelle Angebote weltweit verändern und in Frage stellen.

Spannend war der diesjährige „Empty Chair“: Paul Rands, Vice President von International Development von Bridgestreet, nahm hier Platz und diskutierte mit den Teilnehmern leidenschaftlich über die „Schmerzgrenzen“ bei Mikroapartmentgrößen. Bei einer „Stuhl-Umfrage“ im Publikum nahmen die ersten bei 23 Quadratmetern wieder Platz, viele bei ca. 19. Vereinzelte gingen sogar unter 7 Quadratmeter und argumentierten damit, dass kluge Designs alles möglich machen würden. Spannend war zu sehen, wie sich bereits im Markt etablierte Betreiber mit bisher üblichen Longstay-Größen erst bei 13 Quadratmetern setzten und damit einen möglichen Ausblick auf neue Studio-Produkte in ihrem Portfolio gaben. Eine absolute Mehrheit sprach sich im Übrigen für eine obligatorische Kochgelegenheit im Serviced Apartment aus.

Mehr im „Front-Austausch“ diskutierten Investoren, Betreiber und Entwickler über neue Betreiber- und Finanzierungsmodelle im Markt. Anett Gregorius von Apartmentservice stellte darüber hinaus in ihrem Vortrag kurz und prägnant die wichtigsten Kennzahlen des so dynamisch wachsenden, deutschen Marktes vor. Sie schaffte damit zusammen mit STR-DACH Country Manager Christian Strieder für einen Moment an diesem zweiten Recharge-Tag einen Bezug zum diesjährigen Austragungsort Berlin und Deutschland.

Beim abschließenden Investor- und Operator-Workshop „Creating a totally unique extended-stay experience“ erarbeiteten die Teilnehmer Extended-Stay-Produkte der Zukunft heraus. Im Fokus standen dabei neben klassischen Feldern wie Technologie, Raumdesign, öffentliche Bereiche und Nachhaltigkeit auch Investorenperspektiven sowie Operator-/Service-Aspekte. Öffentliche Bereiche, so der Tenor einer Gruppe, sind Orte, an dem Gemeinschaft leicht entstehen kann. Wer dabei auch allen Mitarbeitern ein Gesicht geben kann, scheint bereits in der großen Zukunft des Extended Stay angekommen zu sein.

Sylvie Konzack