Nach dem Brexit - Ein Blick auf die Serviced-Apartment-Branche

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Mittwoch, 17. August 2016

Zwei Monate nach dem Referendum der Briten, welches mit knapper Mehrheit den Austritt des Vereinigten Königsreichs aus der Europäischen Union bestätigte, sind einige Auswirkungen bereits klar spürbar, andere weiterhin noch nicht ganz absehbar. Wie die verschiedenen Branchen auf den EU-Austritt reagieren, zeigte sich in einer weiten medialen Schwarzmalerei, die eine starke Erschütterung des europäischen Binnenmarktes, insbesondere in der Automobilbranche, andeutete. Ohne Frage steuern die stark verflochtenen Handelsbeziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und Deutschland auf eine ungewisse Zukunft zu, denn auch mit einem möglichen Freihandelsabkommen sind die Auswirkungen unklar und die Produktionskosten im UK weiterhin gefährdet zu steigen. Für ähnlich viel Aufruhr sorgt die Reisebranche, die langfristig  große Einbuße und einen drastischen Abfall in der Reisemotivation ins Vereinigte Königreich voraussagt. Die Aktie des Touristikkonzerns TUI brach infolge des Brexits aufgrund der vielen Unsicherheiten um 16 Prozent ein (Spiegelartikel 24.06.2016, dpa). Aber welche Konsequenzen ergeben sich tatsächlich für den Serviced-Apartment-Markt in Deutschland?

Deutlich wird, dass von einem Rückgang in der Reisebranche noch nichts zu spüren ist, denn Touristen mit dem Reiseziel UK profitieren derzeit vom schwachen Pfund, welches unmittelbar nach dem Brexit den rasantesten Entwertungsabfall seit 60 Jahren erlitt (Ufi Ibrahims, CEO of the British Hospitality Association). Diese Entwicklung macht aber vor allem eines, nämlich die Auslandsreisen der Briten teuer. So werden in der diesjährigen Urlaubssaison entfernte Traumstrände vermehrt durch eine „Staycation“ im Britischen Zuhause ersetzt.

Der befürchtete, drastische Abzug von Firmen aus dem Finanzsektor und eine Abschwächung der Investitionen zeichnen sich im Augenblick allerdings noch nicht ab. Es zeigt sich ein anhaltend solides Investitionsvolumen auf dem Londoner Finanzmarkt (DEAL Magazine, 15.08.2016). Sollte sich das Britische Pfund nicht langanhaltend stabilisieren, ist es sehr wahrscheinlich, dass es äquivalent zu den Freizeitreisenden auch bei der für die Branche wichtigsten Klientel der Business Travellers zu Einsparungen bei Buchungen kommt und aufgrund der hohen Kosten das Geschäftsreisevolumen ins Ausland sinken wird. Der Marktumfrage von Boardinghouse Consulting zufolge, die jährlich Apartmenthausbetreiber in Deutschland nach wichtigen Kennziffern der Branche befragt, bilden Reisende aus dem UK mit 14 % neben denen aus den Vereinigten Staaten, auch mit 14 %, den größten Anteil (Boardinghouse Consulting: Marktreport 2016,  S. 46). Möglichweise werden sich diese Entwicklungen in kürzeren Aufenthaltsdauern niederschlagen. Es bleibt abzuwarten, ob der deutsche Serviced-Apartment-Markt stabil genug ist, um Verluste dieser Reiseklientel abzufedern, und wann diese Entwicklungen sichtbar werden. 

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